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Was sind industrienahe Dienstleistungen?

Damit ein Industrieprodukt – ein Auto, eine Maschine, ein Schiff – entsteht und auf den Markt kommt, sind vielfältige Prozesse nötig. Das Produkt muss geplant und konstruiert werden. Die notwendigen Materialien müssen bestellt und geliefert werden. Infrastruktur wie Gebäude, IT und Produktionsanlagen müssen eingerichtet und gewartet werden. Zuletzt müssen Transport und Vertrieb des fertigen Produkts organisiert werden. All diese Arbeitsprozesse und noch viele mehr sind notwendig, damit ein Industrieprodukt gefertigt und erfolgreich vermarktet werden kann.

Werden diese Schritte von dem produzierenden Unternehmen an spezialisierte Anbieter – Logistikunternehmen, Reinigungsfirmen oder IT-Spezialisten – vergeben, spricht man von industrienahen Dienstleistungen.

 

Industrienahe Dienstleistungen. Eine Branche wächst.

Ein Trend zeichnet sich ab: Industrieunternehmen vergeben immer mehr Leistungen an spezialisierte Dienstleistungsunternehmen. Besonders in der Metall- und Elektrobranche hat die Vergabe von Unternehmensaufgaben an externe Experten zugenommen. Neben den Sekundäraufgaben werden mehr und mehr Kernaufgaben an Fachkräfte in Drittfirmen vergeben. Sie übernehmen dann Aufgaben im Facility Management, in der Logistik oder der IT. Obwohl sie häufig im Betrieb selbst eingesetzt werden, regelt der industrielle Dienstleister – der Arbeitgeber auf dem Papier – die Arbeitsvertragskonditionen wie das Gehalt oder den Urlaubsanspruch.

 

Warum gibt es industrienahe Dienstleistungen?

Betriebe lagern sogenannte Sekundärprozesse aus, um sich auf das Kerngeschäft zu konzentrieren. Dienstleister in der Maschinenreinigung, Wartung oder im Kantinenbetrieb nehmen vielen Unternehmen eine ganze Menge Arbeit ab. Mit ihrer Arbeit leisten sie einen wichtigen Beitrag zum Kerngeschäft.

 

Wo kommen industrienahe Dienstleistungen zum Einsatz?

In der Metall- und Elektroindustrie werden Dienstleistungen in ganz unterschiedlichen Bereichen eingesetzt. Eine Entwicklung, die sich abzeichnet:Ursprünglich kamen Dienstleistungen überwiegend in Bereichen zum Einsatz, die nicht zum Kerngeschäft des Unternehmens zählen: in der Reinigung, Kantinenarbeit oderin der Sicherung des Werksgeländes zum Beispiel. Mittlerweile werden diese Dienstleistungen auch in hoch qualifizierten Arbeitsbereichen eingesetzt: in der Montage, der IT oder in der Forschung und Entwicklung.

 

Was genau ist das Problem?

Aus Arbeitnehmersicht ist die Vergabe an industrienahe Dienstleister dann schwierig, wenn Arbeitgeber dadurch Lohndumping betreiben. Für Unternehmen haben industrielle Dienstleistungen nämlich viele Vorteile: Beschäftigte von Dienstleistern arbeiten häufig zu schlechteren Konditionen und haben oft keine starke Mitarbeitervertretung.

Daran wollen wir von der IG Metall gemeinsam mit den Beschäftigten etwas ändern. Wir setzen uns ein für faire Entgelte, klar geregelte Arbeitszeiten und gute Arbeitsbedingungen in den Betrieben der Metall- und Elektroindustrie. Ungeachtet der Anstellungsart vertritt die IG Metall alle Beschäftigten in der Metall- und Elektrobranche. Ohne Ausnahme.

 

IG Metall. Gemeinsam viel erreichen.

Es geht uns um mehr Wertschätzung für gute Arbeit in den industrienahen Dienstleistungsunternehmen. Dafür möchten wir uns gemeinsam mit Ihnen einsetzen. Durch die Vernetzung von über 130.000 aktiven Betriebsräten und Vertrauensleuten aus über 10.000 Betrieben haben wir die die nötige Erfahrung, um Sie und Ihre Kolleginnen und Kollegen bei der Gestaltung ihrer Arbeits- und Lebenszeit zu unterstützen.

 
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