Mehr Mitbestimmung bei ISS

In der jungen Facility Management Branche müssen Betriebsräte in vielen Betrieben erst noch aufgebaut werden. Diese diskutieren Arbeitnehmerthemen, wie Gehaltserhöhungen, faire Arbeitszeiten und gute Verträge. Außerdem tragen sie die Forderungen der Arbeitnehmer an die Geschäftsführung heran.

Einer, der sich tagtäglich darum kümmert, die Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten zu verbessern, ist Tekin Yildirim. Der gelernte Kfz-Mechaniker mit Meisterbrief ist Betriebsrat bei dem FM-Unternehmen ISS. Der Dienstleister ISS beschäftigt inzwischen deutschlandweit 11 000 Mitarbeiter. Für einen Teil der Belegschaft gilt der Metalltarif in der Nachwirkung. Für die Gebäudereiniger von ISS gilt der Mindestlohn, der Lohn für die Beschäftigten im Catering orientiert sich am NGG-Tarif. Ein Teil der Beschäftigten ist jedoch noch tariflos. Sehr unterschiedlich sind auch die Arbeitszeiten. Für manche gilt die 35-Stunden-Woche, andere arbeiten 37, 38 oder 40 Stunden die Woche. "Unser Ziel ist eine einheitliche Regelung, am liebsten in Form eines Haustarifvertrages", sagt der ISS-Betriebsrat Tekin Yildirim.

Eine Mitbestimmungskultur und eine Verankerung der Gewerkschaften, die in den Ursprungsunternehmen selbstverständlich war, muss in den FM-Betrieben erst wieder Stück für Stück zurückgewonnen werden. Weil die Betriebsräte in der FM-Branche vor besonderen Herausforderungen stehen, suchen sie den Schulterschluss und Austausch untereinander. "Es ist hilfreich zu spüren, dass ich nicht allein bin mit unseren Problemen bei ISS. Vielen Betriebsräten aus anderen Unternehmen der FM-Branche geht es ähnlich", so Yildirim. In dem im Frühjahr 2014 gegründeten Branchenarbeitskreis der IG Metall haben Arbeitnehmervertreter der FM-Branche die Möglichkeit, miteinander ins Gespräch zu kommen und sich auszutauschen.

 
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